WEG-Recht: Was Sie als Wohnungseigentümer wissen müssen
Wenn Sie eine Wohnung in einem Mehrfamilienhaus besitzen, sind Sie Teil einer Wohnungseigentümergemeinschaft, eine rechtliche Gemeinschaft von Eigentümern, die gemeinsam das Gebäude und die gemeinschaftlichen Flächen verwalten. Auch bekannt als WEG, ist sie der rechtliche Rahmen, der regelt, wer was bezahlt, wie Entscheidungen fallen und wer für Reparaturen zuständig ist. Viele denken, dass sie nur ihre eigene Wohnung besitzen – doch im WEG-Recht gehören auch Treppenhäuser, Dach, Außenwände und der Keller allen gemeinsam. Das bedeutet: Sie haben nicht nur Rechte, sondern auch Pflichten.
Die WEG-Versammlung, das wichtigste Gremium in einer Wohnungseigentümergemeinschaft, wo alle wichtigen Entscheidungen getroffen werden trifft sich mindestens einmal jährlich. Hier entscheiden Sie über Heizkosten, Sanierungen, die Wahl des Hausverwalters oder sogar über die Installation einer neuen Fassadendämmung. Jeder Eigentümer hat eine Stimme – und oft auch eine Stimme, die nach Gewichtung berechnet wird, je nach Anteil am Gemeinschaftseigentum. Wer nicht dabei ist, verliert sein Stimmrecht. Und wer sich nicht informiert, zahlt später doppelt – etwa wenn eine teure Dachsanierung beschlossen wird, die er nicht mitgetragen hat.
Ein weiterer zentraler Begriff ist die Hausverwaltung, die den Alltag der WEG organisiert, von der Rechnungsstellung bis zur Einberufung der Versammlung. Sie ist kein Luxus, sondern fast immer notwendig. Ohne sie geraten Rechnungen, Fristen und Gesetze aus dem Ruder. Die meisten WEGs beauftragen einen Profi – doch als Eigentümer haben Sie das letzte Wort: Sie wählen, kündigen oder kontrollieren die Verwaltung. Und wenn Sie merken, dass die Verwaltung nicht ordentlich arbeitet, können Sie sie abberufen. Das steht im WEG-Recht.
Was viele nicht wissen: Sie können auch gegen Beschlüsse vorgehen. Wenn eine Mehrheit beschließt, dass Sie 5.000 Euro für eine neue Aufzugsanlage zahlen müssen, aber Sie glauben, das ist übertrieben oder rechtswidrig, haben Sie drei Monate Zeit, Widerspruch einzulegen. Das ist kein Streit, das ist Ihr Recht. Und es lohnt sich, sich damit zu beschäftigen – denn falsche Beschlüsse können teuer werden, auch für die, die dagegen gestimmt haben.
Im WEG-Recht geht es nicht um Theorie. Es geht um Ihre Geldbörse, Ihre Lebensqualität und Ihre Sicherheit. Wer die Regeln kennt, kann verhindern, dass er für Dinge zahlt, die er nicht will. Wer sie nicht kennt, wird überrascht – und oft übervorteilt. In den folgenden Artikeln finden Sie konkrete Anleitungen: Wie man eine WEG-Versammlung richtig vorbereitet, wie man die Hausverwaltung kontrolliert, welche Kosten wirklich Gemeinschaftskosten sind und wie man Streit mit Nachbarn vermeidet. Keine juristischen Abhandlungen. Nur das, was Sie als Eigentümer wirklich brauchen.
- Dez, 7 2025
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- Lukas Friedrich
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