Umluft vs. Abluft: Welches Dunstabzugssystem ist das Richtige?
- Feb, 6 2026
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- Dieter Wangen
In jeder Küche spielt der Dunstabzug eine entscheidende Rolle. Doch bei der Wahl zwischen Umluft- und Abluftsystemen herrscht oft Verwirrung. Stell dir vor: Du kochst ein leckeres Essen, aber die Luft füllt sich mit Rauch und Gerüchen. Was tun? Die richtige Lösung hängt davon ab, wie du kochst, wo du wohnst und was du dir leisten kannst. In diesem Artikel klären wir die Unterschiede klar und praktisch. Du erfährst, wie die Systeme funktionieren, welche Vor- und Nachteile sie haben und welcher Typ für deine Situation am besten passt.
Wie funktionieren Umluft- und Abluftsysteme?
Umluftsysteme sind Dunstabzugshauben, die die Luft filtern und zurück in den Raum leiten, ohne sie nach draußen abzuführen. Sie saugen die verunreinigte Luft an, reinigen sie mit speziellen Filtern und blasen sie dann wieder in die Küche. Das funktioniert mit zwei Hauptfiltern: einem Fettfilter aus Aluminium, der Fettpartikel abfängt und einem Aktivkohlefilter , der Gerüche bindet. Der Vorteil: Keine Wanddurchbrüche nötig, ideal für Mietwohnungen. Aber die Filter müssen regelmäßig gewechselt werden - etwa alle 4-6 Monate bei normaler Nutzung. Aktivkohlefilter sind hier besonders wichtig, denn sie verhindern, dass Gerüche zurück in die Küche gelangen.
Abluftsysteme führen die verunreinigte Luft direkt nach draußen, meist über ein Rohrsystem. Sie brauchen keinen Aktivkohlefilter, da die Luft komplett aus dem Haus geleitet wird. Stattdessen muss ein Rohr durch die Wand oder Decke verlegt werden. Die Luftleistung ist höher: Bis zu 600 Kubikmeter pro Stunde. Das bedeutet, sie entfernen Gerüche, Feuchtigkeit und Fettpartikel effektiver. Doch dafür brauchst du eine professionelle Installation. Die Deutsche Gesellschaft für Lüftung und Klimatechnik (DGLT) schreibt vor, dass der Wanddurchbruch mindestens 140 mm Durchmesser haben muss und das Rohr maximal 3,5 Meter lang sein darf, um keine Leistungseinbußen zu riskieren.
Vergleich: Was ist besser für dich?
| Eigenschaft | Umluftsysteme | Abluftsysteme |
|---|---|---|
| Luftleistung | 300-500 m³/h | 400-600 m³/h |
| Geräusch | 45-55 dB(A) | 40-50 dB(A) |
| Installation | Einfach (keine Wanddurchbrüche) | Komplex (Rohrverlegung nötig) |
| Kosten (ohne Installation) | 450-900 € | 600-1.200 € |
| Wartungskosten/Jahr | 45-70 € (für Aktivkohlefilter) | 15-30 € (nur Fettfilter) |
| Schimmelrisiko | Höher (Feuchtigkeit bleibt in der Küche) | Niedriger (Feuchtigkeit wird abgeführt) |
Diese Tabelle zeigt klar: Abluftsysteme sind technisch überlegen, besonders bei intensivem Kochen. Doch sie erfordern mehr Aufwand bei der Installation. Umluftsysteme sind praktisch für Mieter, denn sie lassen sich ohne Baugenehmigung montieren. Doch Vorsicht: Wenn du oft brätst oder dünstest, bleibt die Feuchtigkeit in der Küche. Die TU München fand in einer Langzeitstudie heraus, dass 28,7 % der Wohnungen mit Umluftsystemen Schimmelprobleme hatten, besonders bei Raumluftfeuchten über 65 %.
Welches System passt zu dir?
Wenn du in einer Mietwohnung lebst, ist Umluft meist die bessere Wahl. Keine Wanddurchbrüche, keine Genehmigungen nötig. Die Schrank-Express.de-Marktanalyse bestätigt: 68 % aller Installationen in Bestandsbauten sind Umluftsysteme. Doch achte auf die Filterwechsel - vergiss sie nicht, sonst verliert das System seine Wirkung. Ein Nutzer aus München schrieb bei Amazon: "Habe die Umlufthaube in meiner Mietwohnung selbst installiert - keine Wanddurchbrüche, keine Genehmigungen, und im Winter spürt man den Unterschied bei der Heizkostenabrechnung."
Bei Neubauten oder Eigentumswohnungen ist Abluft die bessere Option. Die Deutsches Institut für Bautechnik (DIBt) berichtet: 76 % aller Neubauten nutzen Abluftsysteme. Sie entfernen Feuchtigkeit vollständig, was besonders in modernen, luftdichten Häusern wichtig ist. Prof. Dr. Hans-Peter Müller vom Institut für Raumlufttechnik an der TU Dresden betont: "Abluft ist technisch überlegen, da sie den gesamten Küchendunst einschließlich Feuchtigkeit entfernt."
Für intensives Kochen - wie Braten, Frittieren oder Dünsten - ist Abluft klar besser. Eine Studie des Instituts für Küchentechnik (IKT) zeigt: Abluftsysteme erreichen eine Partikelabscheidung von 98,7 % und Geruchsneutralisation von 99,2 %. Umluftsysteme liegen bei 92,3 % und 89,5 %. Doch wenn du nur gelegentlich kochst, reicht Umluft aus. Die KüchenProfessional-Zeitschrift bestätigt: "Umluftsysteme sind für gelegentliches Kochen in Mietwohnungen ideal."
Installation und Wartung - praktische Tipps
Die Installation von Umluftsystemen ist kinderleicht. Laut einer Anleitung von Dunstabzugshauben.de brauchst du nur 2-3 Stunden. Wichtig: Mindestens 50 cm Abstand zum Elektrokochfeld, 65 cm bei Gas. Die Wartung ist aber entscheidend. Aktivkohlefilter müssen alle 4-6 Monate gewechselt werden. Moderne Modelle warnen per App, wie Siemens mit seinem neuen Filtermonitor. Das spart Zeit und verhindert, dass die Luftreinigung nachlässt.
Abluftsysteme erfordern professionelle Hilfe. Die BORA-Montageanleitung sagt: 4-8 Stunden Arbeit, Fachkenntnisse im Mauerwerk nötig. Das Rohrsystem muss luftdicht verlegt werden, sonst entstehen Leckagen. Doch nach der Installation ist die Wartung einfach: Nur der Fettfilter muss alle 2-3 Monate gereinigt werden. Die Wesco.ch-Kostenanalyse zeigt: Wartungskosten liegen bei 15-30 € pro Jahr - deutlich günstiger als bei Umluftsystemen.
Wichtig: Beide Systeme sollten 10-15 Minuten nach dem Kochen weiterlaufen. Das empfiehlt das Umweltbundesamt in seinem Bericht Nr. 345/2023. So entfernst du Restdunst vollständig. Vergiss das nicht - sonst bleibt Schimmelgefahr bestehen.
Zukunft der Dunstabzugssysteme
Die Technik entwickelt sich rasant. Seit Januar 2024 gilt in Deutschland die neue EnEV 2024, die effizientere Lüftungssysteme vorschreibt. Das begünstigt Umluftsysteme in Kombination mit zentraler Lüftung. Gleichzeitig arbeiten Hersteller an Hybrid-Systemen. Miele stellte im September 2023 den Dunstabzug DSC7800 vor, der automatisch in den Abluftmodus wechselt, wenn die Luftfeuchtigkeit 70 % überschreitet. Tests im Haushaltstechnik aktuell-Magazin bestätigten das.
Die Euromonitor-Prognose sagt: Der deutsche Markt wächst bis 2027 auf 432 Millionen Euro. Umluftsysteme legen stärker zu (4,2 % jährlich), weil viele Mietwohnungen keine Abluftkanäle haben. Doch die Zukunft gehört hybrid arbeitenden Systemen. Dr. Markus Richter vom Deutschen Energieforschungsinstitut (DEWI) prognostiziert: "Zukünftige Systeme wechseln automatisch zwischen Modi und kommunizieren mit der Gebäudetechnik."
Welches System ist besser für eine Mietwohnung?
Umluftsysteme sind ideal für Mietwohnungen. Sie lassen sich ohne Wanddurchbrüche installieren, benötigen keine Genehmigungen und sind günstiger. Die Schrank-Express.de-Marktanalyse zeigt: 68 % aller Installationen in Bestandsbauten sind Umluftsysteme. Doch achte auf regelmäßigen Filterwechsel - sonst verliert das System seine Wirkung.
Kann ich Umluft in Abluft umrüsten?
Nein, das ist nicht möglich. Umluft- und Abluftsysteme sind grundsätzlich unterschiedlich konstruiert. Doch es gibt moderne Hybrid-Modelle, die per Knopfdruck zwischen beiden Modi wechseln. Zum Beispiel die neuen Siemens- oder Bosch-Systeme. Diese sind zwar teurer, aber flexibel einsetzbar.
Wie oft muss ich den Aktivkohlefilter wechseln?
Bei normaler Nutzung (ca. 1,5 Stunden täglich) alle 4-6 Monate. Moderne Systeme wie die von Siemens warnen per App, wenn der Filter gewechselt werden muss. So vergisst du nie - und die Luftqualität bleibt hoch.
Warum entfernt Abluft mehr Feuchtigkeit?
Abluftsysteme leiten die gesamte Luft nach draußen, inklusive Feuchtigkeit. Umluftsysteme filtern zwar Gerüche und Fett, aber die Feuchtigkeit bleibt in der Küche. Die TU München fand heraus, dass dies in 28,7 % der Wohnungen zu Schimmel führt. Besonders bei intensivem Kochen oder in feuchten Räumen.
Welche Hersteller bieten Hybrid-Systeme an?
Siemens, Bosch und Miele bieten mittlerweile umschaltbare Systeme an. Der BORA-Kochfeldabzug hat mit 8,2 % Marktanteil einen Vorteil: Er arbeitet näher am Kochfeld und verbraucht 40 % weniger Energie als traditionelle Abluftsysteme, wie der TÜV Rheinland in seinem Prüfbericht bestätigte.