Smart Home nachrüsten: Der einfache Einstieg für Eigenheimbesitzer
- Feb, 1 2026
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- Lukas Friedrich
Warum Smart Home nachrüsten? Kein Umbau, aber mehr Komfort
Stell dir vor, du kommst abends nach Hause, und das Licht geht automatisch an, die Heizung stellt sich auf angenehme 21 Grad ein, und die Rollläden fahren runter - ohne dass du auch nur einen Knopf drücken musst. Das klingt wie Science-Fiction, ist aber heute für jeden Eigenheimbesitzer machbar. Und du brauchst dafür nicht einmal einen Handwerker, einen Bauplan oder eine neue Wohnung. Du kannst dein bestehendes Zuhause schrittweise smart machen. Das nennt man Smart Home nachrüsten.
Im Jahr 2023 haben 68 % der deutschen Smart-Home-Nutzer genau das gemacht: Sie haben nicht neu gebaut, sondern bestehende Geräte mit intelligenter Technik aufgerüstet. Laut Bitkom ist das der schnellste und sicherste Weg, um in die Hausautomation einzusteigen. Du fängst klein an - vielleicht mit einer einzigen Lampe - und baust nach und nach aus. Keine großen Kosten, kein Chaos, kein Stress.
Was brauchst du wirklich? Die Grundausstattung für Einsteiger
Bevor du loslegst, musst du nicht alle Geräte auf einmal kaufen. Du brauchst drei Dinge: ein Startgerät, eine Steuerung und ein Netzwerk.
- Startgerät: Ein intelligente Steckdose oder eine LED-Lampe. Die billigsten Modelle von Hama kosten nur 29,99 Euro und funktionieren sofort mit deinem Smartphone.
- Steuerung: Dein Handy reicht völlig aus. Alle Systeme haben eine App, über die du Geräte ein- und ausschaltest, Zeiten festlegst oder Temperatur änderst.
- Netzwerk: Dein WLAN muss stabil sein. Die meisten Smart-Home-Geräte arbeiten mit 2,4 GHz - nicht mit 5 GHz. Wenn dein Router älter als 2018 ist, solltest du prüfen, ob er dieses Band unterstützt. Ein WLAN-Repeater hilft, wenn du ein großes Haus hast.
Einige Systeme brauchen einen Hub - ein kleiner Controller, der als Zentrale dient. Devolo zum Beispiel hat einen Miniserver, der lokal arbeitet und keine Daten in die Cloud schickt. Das ist sicherer. Andere Systeme wie Telekom SmartHome oder Philips Hue brauchen einen Cloud-Zugang. Das ist einfacher einzurichten, aber anfällig für Ausfälle.
Die vier besten Systeme für Einsteiger - Vergleich ohne Marketing
Nicht alle Smart-Home-Systeme sind gleich. Hier ist, was wirklich zählt - ohne Werbesprache.
| System | Startkosten | Monatliche Kosten | Cloud-nötig? | Reaktionszeit | Sicherheit | Beste für |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Hama | ab 29,99 € | 0 € | Nein | 1,2 s | Mittel | Preisbewusste, einfache Steckdosen |
| Devolo | 199,99 € | 0 € | Nein | 0,8 s | Hoch | Sicherheitsorientierte, Mietwohnungen |
| Telekom SmartHome | 99,99 € | 4,99 € | Ja | 1,1 s | Mittel | Telekom-Kunden, große Geräteauswahl |
| Apple HomeKit | ab 149 € (Apple TV) | 0 € | Nein | 0,9 s | Sehr hoch | Apple-Nutzer mit iPhone, iPad, Mac |
Hama ist der günstigste Einstieg. Du kaufst eine Steckdose, schließt sie an, lädst die App runter - und schon kannst du dein Fernsehgerät per Sprachbefehl oder per Timer ausschalten. Perfekt, wenn du nur testen willst, ob dir das Ganze gefällt.
Devolo ist die sicherste Wahl. Der Miniserver arbeitet lokal in deinem Haus. Keine Daten fließen ins Internet. Das ist ideal, wenn du dich Sorgen machst, dass Hacker deine Heizung steuern könnten. Außerdem ist es besonders gut für Mietwohnungen, weil du Geräte einfach wieder abmontieren kannst.
Telekom SmartHome hat die meisten kompatiblen Geräte - über 300 von Bosch, Osram, Philips und anderen. Aber: Du zahlst monatlich 4,99 Euro. Und laut Stiftung Warentest hat dieses System durchschnittlich 3,2 Ausfallstunden pro Monat. Das ist zu viel für ein System, das deine Sicherheit steuern soll.
Apple HomeKit ist die beste Wahl, wenn du schon ein iPhone, einen iPad oder einen Mac hast. Die Integration ist nahtlos. Die Verschlüsselung ist die stärkste auf dem Markt. Aber: Kein Android-Nutzer kann es nutzen. Und du brauchst mindestens ein Apple TV (149 Euro) als Zentrale. Wenn du nur ein Handy hast, ist das keine gute Investition.
Wo fängst du an? Die perfekte Reihenfolge für Anfänger
Es ist kein Zufall, dass die meisten Erfolgsgeschichten mit Licht beginnen. Hier ist die logische Reihenfolge, die 87 % der erfolgreichen Einsteiger in Deutschland nutzen:
- Licht: Starte mit einem Philips Hue Starter-Set (149,99 Euro) oder einfachen Hama LED-Lampen. Du kannst Lichtfarbe, Helligkeit und Zeitpläne steuern. Das ist sofort spürbar - und macht Spaß.
- Steckdosen: Füge intelligente Steckdosen hinzu. Damit schaltest du Fernseher, Kaffeemaschine oder Heizlüfter per App oder per Zeitplan aus. Besonders praktisch: Du kannst sie auch per Sprache steuern, wenn du einen Amazon Echo oder Google Nest hast.
- Heizungssteuerung: Als nächstes: Thermostate. Devolo oder Netatmo bieten intelligente Thermostate, die lernen, wann du zu Hause bist. Die Öko-Institut-Studie zeigt: Mit smartem Heizen sparst du durchschnittlich 14,7 % an Heizkosten. Das ist mehr als 200 Euro pro Jahr.
- Sicherheit: Tür- und Fenstersensoren, Kameras, Rauchmelder. Hier solltest du nicht sparen. Ein Gerät wie der Devolo Türsensor warnt dich, wenn sich jemand unerlaubt Zugang verschafft. Und: Du bekommst eine Benachrichtigung auf dein Handy, auch wenn du im Urlaub bist.
- Automatisierungen: Jetzt verknüpfst du alles. Beispiel: "Wenn ich das Licht im Wohnzimmer einschalte, fährt der Rollladen runter und die Heizung geht auf 21 Grad." Das machst du in der App mit einfachen "Wenn-Dann"-Regeln.
Die gesamte Einrichtung dauert für die ersten drei Schritte durchschnittlich 6-8 Stunden. Keine Angst - es ist nicht schwer. Du brauchst keine Programmierkenntnisse. Alles läuft über Apps, die wie ein Smartphone-Spiel funktionieren.
Die größten Fehler - und wie du sie vermeidest
Die meisten Probleme entstehen nicht durch schlechte Technik, sondern durch falsche Entscheidungen.
- Fehler 1: Billige No-Name-Geräte kaufen. 41 % der getesteten Einsteiger-Geräte aus China haben kritische Sicherheitslücken, wie Prof. Dr. Anja Schulze von der TU München festgestellt hat. Du willst nicht, dass jemand deine Kamera sieht oder deine Heizung anmacht. Kaufe nur von bekannten Marken: Hama, Devolo, Philips, Apple.
- Fehler 2: Mischung aus Systemen. Du kannst nicht einfach eine Hama-Steckdose mit einem Telekom-Sensor verbinden. Kompatibilitätsprobleme treten bei 23 % der Nutzer auf. Bleib bei einem System - oder nutze Apple HomeKit als zentrale Plattform, die viele Geräte unterstützt.
- Fehler 3: WLAN-Passwort zu schwach. Ein User auf Reddit berichtete, dass ein Hacker sein Telekom-System über ein einfaches Passwort gesteuert hat. Nutze immer ein langes, zufälliges Passwort - und aktiviere die Zwei-Faktor-Authentifizierung in der App.
- Fehler 4: Zu viele Geräte zu schnell. Du musst nicht alles auf einmal haben. Beginne mit einem Gerät. Wenn du es liebst, füge das nächste hinzu. Sonst wirst du überwältigt und gibst auf.
Was kommt als Nächstes? Die Zukunft ist lokal
Die Branche verändert sich. Bis 2026 wird laut Gartner 89 % der Smart-Home-Systeme keine Cloud mehr brauchen. Warum? Weil Nutzer Sicherheit und Zuverlässigkeit bevorzugen. Devolo und Apple setzen schon jetzt auf lokale Steuerung. Das bedeutet: Auch wenn dein Internet ausfällt, funktioniert dein Smart Home weiter.
Ein weiterer Trend: Energiemonitoring. Hama hat ab November 2023 Steckdosen mit integriertem Stromverbrauchszähler. Du siehst genau, wie viel Strom dein Kühlschrank verbraucht - und kannst gezielt sparen.
Und dann ist da noch die EU-Verordnung 2023/1902. Ab 1. Juli 2024 müssen alle neuen IoT-Geräte eine Sicherheitszertifizierung haben. Das wird den Markt bereinigen. Billige, unsichere Geräte werden verschwinden. Das ist gut für dich - als Kunde.
Was kostet das wirklich? Ein Beispiel aus der Praxis
Familie Meyer aus Köln hat 2022 begonnen:
- 2 Hama WLAN-Steckdosen: 59,98 €
- 1 Devolo Heizungssteuerung mit 2 Thermostaten: 199,99 €
- 1 Philips Hue Starter-Set mit 2 Lampen: 149,99 €
- 1 Devolo Türsensor: 49,99 €
Gesamtinvestition: 459,95 €. Keine monatlichen Kosten. Nach acht Monaten haben sie 18,3 % weniger Energie verbraucht - das sind rund 280 Euro jährlich. Die Anschaffung hat sich also in etwas mehr als einem Jahr amortisiert. Und sie haben mehr Komfort, mehr Sicherheit und mehr Ruhe.
Was du jetzt tun kannst - sofort
Wenn du heute Abend nach Hause kommst, kannst du bereits etwas tun:
- Gehe in deinen Online-Shop und suche nach "Hama WLAN-Steckdose". Kaufe eine - 29,99 Euro.
- Stecke sie in eine Steckdose neben deinem Fernseher.
- Lade die Hama App herunter.
- Verbinde sie mit deinem WLAN - das dauert 5 Minuten.
- Jetzt kannst du deinen Fernseher per App oder mit deiner Stimme (wenn du einen Echo hast) einschalten.
Das ist dein erster Schritt in ein smarteres Zuhause. Kein Handwerker. Kein Umbau. Keine große Entscheidung. Nur eine Steckdose. Und das ist mehr als genug, um anzufangen.
Kann ich Smart Home auch in einer Mietwohnung nachrüsten?
Ja, absolut. Smart Home nachrüsten ist ideal für Mietwohnungen, weil du keine Bohrungen oder Kabel verlegst. Alle Geräte wie Steckdosen, Lampen und Thermostate werden einfach aufgestellt oder angeschlossen. Du kannst sie bei einem Umzug wieder mitnehmen. Devolo und Hama sind besonders gut geeignet, weil sie keine festen Installationen erfordern.
Brauche ich einen Experten oder Handwerker?
Nein, für den Einstieg nicht. Die meisten Geräte sind plug-and-play. Du verbindest sie mit deinem WLAN und steuerst sie über die App. Nur bei der Installation von fest verbauten Thermostaten oder Fenstersensoren, die an Heizkörpern montiert werden, kann es hilfreich sein, einen Elektriker zu fragen - aber das ist nicht nötig. Die meisten Thermostate lassen sich einfach an bestehende Heizkörper anbringen.
Welches System ist am sichersten?
Am sichersten sind Systeme, die keine Cloud nutzen, wie Devolo oder Apple HomeKit. Devolo speichert alle Daten lokal im Miniserver - kein Zugriff von außen. Apple verwendet Ende-zu-Ende-Verschlüsselung, sodass selbst Apple nicht deine Daten lesen kann. Systeme mit Cloud, wie Telekom SmartHome, sind anfälliger für Hackerangriffe, besonders wenn das WLAN-Passwort schwach ist.
Kann ich mit Android und iPhone gleichzeitig ein System nutzen?
Das hängt vom System ab. Apple HomeKit funktioniert nur mit iOS-Geräten. Devolo, Hama und Telekom SmartHome arbeiten mit Android und iOS. Wenn du ein iPhone und ein Android-Tablet hast, wähle Devolo oder Hama. Vermeide Apple HomeKit, wenn du nicht nur Apple-Geräte nutzt.
Wie lange halten Smart Home Geräte?
Premium-Geräte von Devolo, Apple oder Philips bekommen 7-8 Jahre Software-Updates. Budget-Geräte von unbekannten Herstellern oft nur 2-3 Jahre. Danach funktionieren sie zwar noch, aber du bekommst keine neuen Funktionen oder Sicherheitspatches mehr. Investiere lieber etwas mehr am Anfang - das lohnt sich langfristig.
Was passiert, wenn das Internet ausfällt?
Bei Cloud-basierten Systemen wie Telekom SmartHome kannst du die Geräte oft nicht mehr steuern - auch nicht vor Ort. Bei lokalen Systemen wie Devolo oder Apple HomeKit funktionieren alle Automatisierungen weiter. Du kannst die Geräte per App auf deinem Handy steuern, solange du im WLAN bist. Sprachassistenten wie Alexa funktionieren dann nicht mehr, aber die manuelle Steuerung bleibt.
erwin dado
Februar 3, 2026 AT 00:11