Schimmelbefall im Keller: Ursachen und effektive Behandlungsmethoden
- Jan, 12 2026
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- Lukas Friedrich
Ein feuchter, muffiger Keller - das kennen viele Hausbesitzer in Deutschland. Doch hinter diesem unangenehmen Geruch steckt oft mehr als nur Ärger: Schimmel im Keller ist kein kosmetisches Problem, sondern eine ernsthafte Bedrohung für die Bausubstanz und die Gesundheit. In Deutschland leidet fast jeder dritte Bestandsbau unter Schimmel im Keller, besonders Häuser vor 1970 sind betroffen. Die gute Nachricht: Mit den richtigen Maßnahmen lässt sich Schimmel nicht nur entfernen, sondern auch langfristig verhindern.
Warum genau wächst Schimmel im Keller?
Schimmel braucht zwei Dinge, um sich auszubreiten: Feuchtigkeit und Nahrung. Im Keller sind beide fast immer vorhanden. Die Wände kühlen nachts ab, warme Luft aus dem Haus kondensiert an ihnen - und schon bildet sich Wasser. Dieses Wasser wird von Staub, Tapetenresten, Holz, Putz oder sogar Kleidung als Nährboden genutzt. Schimmelpilze gedeihen bei Temperaturen zwischen 15 und 25 Grad Celsius, und Kellerräume liegen oft genau in diesem Bereich. Die Luftfeuchtigkeit ist der entscheidende Faktor: Ab 70 % ist Schimmelbildung praktisch vorprogrammiert. Normal sind 40 bis 60 %.Drei Hauptursachen führen fast immer zu Schimmel:
- Fehlerhafte Abdichtung: Risse in der Fundamentwand, undichte Fenster oder fehlende Drainage um das Haus lassen Grundwasser oder Regenwasser eindringen. Das ist die häufigste Ursache bei älteren Häusern.
- Falsches Lüften: Viele Hausbesitzer denken, ein dauerhaft geöffnetes Kellerfenster hilft. Tatsächlich führt das bei kühlen Wänden zu noch mehr Kondensation. Die Luft aus dem Haus bringt Feuchtigkeit mit - und die bleibt hängen.
- Nutzungsfehler: Wäsche im Keller trocknen? Ein klassischer Fehler. Eine Waschmaschine gibt pro Waschgang bis zu zwei Kilogramm Wasserdampf ab. Das ist mehr als genug, um die Luftfeuchtigkeit in kürzester Zeit auf über 80 % zu treiben.
Studien zeigen: In 65 % der Fälle ist falsches Lüften die Hauptursache, in 28 % das Trocknen von Wäsche. Nur selten liegt es an einem technischen Defekt - meist ist es eine Kombination aus Unwissenheit und Gewohnheit.
Wie erkenne ich einen echten Schimmelbefall?
Nicht jeder Fleck ist Schimmel. Manchmal sind es nur Salzausblühungen oder Schmutz. Aber echter Schimmel hat typische Merkmale:- Farbige, oft schwarze, grüne oder braune Flecken, die sich ausbreiten
- Einen muffigen, modrigen Geruch, der selbst bei trockener Luft hängen bleibt
- Eine pelzige oder staubige Oberfläche - nicht glatt wie Schmutz
- Feuchtigkeit an den Wänden, auch wenn kein sichtbarer Wassereintrag vorhanden ist
Ein einfacher Schimmel-Schnelltest (25-35 €) gibt innerhalb von Tagen erste Hinweise auf die Art des Schimmels. Noch besser: Ein Hygrometer misst die Luftfeuchtigkeit genau. Wer nur schätzt, macht Fehler. Wenn die Luftfeuchtigkeit über 70 % liegt, ist Schimmel nicht mehr nur möglich - er ist bereits da.
Was tun, wenn Schimmel schon da ist?
Oberflächliche Reinigung mit Essig, Bleichmittel oder Spülmittel ist oft nur eine Täuschung. Diese Mittel töten nur die oberste Schicht - die Sporen bleiben und wachsen nach. Bei Befall größer als 0,5 Quadratmeter ist professionelle Hilfe nötig. Warum? Weil unsachgemäße Reinigung Sporen in die Luft wirft - und die verbreiten sich dann im ganzen Haus.Die richtige Behandlung folgt drei Schritten:
- Ursache beseitigen: Ohne das zu beheben, was die Feuchtigkeit verursacht, ist jede Reinigung sinnlos. Undichte Wände? Abdichtung erneuern. Falsch gelüftet? Lüftungsverhalten ändern. Wäsche im Keller? Aufhören.
- Professionell sanieren: Spezialisten entfernen den Schimmel mit speziellen Verfahren - oft mit Absauggeräten und Schutzvorrichtungen. Sie messen die Luftfeuchtigkeit vor und nach der Sanierung und dokumentieren den Prozess.
- Fläche nachbehandeln: Nach der Entfernung wird die Wand mit einem antimykotischen Mittel behandelt, das neues Wachstum verhindert. Produkte wie Thor Protect sind für Eigenleistung geeignet - aber nur, wenn die Ursache beseitigt wurde.
Die Kosten für eine professionelle Sanierung liegen zwischen 500 und 3.000 Euro, je nach Ausmaß. Bei kleinen Flächen unter 0,5 m² kann man selbst vorgehen - aber nur mit Schutzmaske, Handschuhen und guter Belüftung. Keine Chemikalien ohne Anleitung verwenden.
Wie verhindere ich Schimmel langfristig?
Die beste Behandlung ist die, die nie nötig war. Hier sind die drei Säulen der Prävention:- Richtig lüften: Nicht dauerhaft, sondern stoßweise. Drei- bis viermal täglich für 5-10 Minuten die Fenster ganz öffnen. Ideal ist morgens und abends, wenn die Außenluft trockener ist. Mittags, bei warmer Luft, lüften vermeiden - das bringt mehr Feuchtigkeit rein.
- Heizen und isolieren: Ein kühler Keller ist ein Schimmelpilzparadies. Auch wenn der Keller nicht bewohnt wird, sollte er auf mindestens 12-15 °C gehalten werden. So bleiben Wände warm, und Kondensation bleibt aus. Bei alten Häusern kann eine Dämmung der Außenwände helfen - aber nur, wenn die Abdichtung intakt ist.
- Keine Feuchtigkeitsquellen im Keller: Keine Waschmaschine, kein Trockner, kein Aquarium, kein Pflanzenzimmer. Wer Wäsche trocknen will, macht das im Haus oder draußen. Auch Aquarien oder große Pflanzen geben Feuchtigkeit ab - und das ist im Keller ein Risiko.
Ein moderner Lösungsansatz: eine mechanische Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung. Solche Systeme kosten 1.200 bis 2.500 Euro, halten die Luftfeuchtigkeit dauerhaft bei 50-55 % und sparen Heizenergie. Sie sind besonders sinnvoll, wenn der Keller als Lagerraum oder Hobbyraum genutzt wird.
Was ist mit neuen Baustoffen und Technologien?
Die Bauindustrie reagiert. Unternehmen wie Adolphs Bautenschutz haben Abdichtungssysteme mit antimykotischen Zusätzen entwickelt - sie verhindern Schimmel bereits in der Bauphase. Die TU München hat gezeigt: Luftreiniger mit HEPA- und UV-C-Filtern reduzieren Schimmelsporen im Raum um bis zu 82 %. Das ist kein Ersatz für richtiges Lüften, aber eine sinnvolle Ergänzung, besonders bei Allergikern.Auch Reinigungsmittel entwickeln sich. Enzymatische Mittel greifen den Schimmel biologisch an - ohne aggressive Chemikalien. Sie sind umweltfreundlicher und schonender für Wände. Der Trend geht hin zu nachhaltiger Sanierung, nicht nur zu schneller Reinigung.
Was passiert, wenn ich nichts tue?
Schimmel wächst nicht nur - er zerstört. Holzbalken faulen, Putz löst sich von den Wänden, Beton bricht auf. Die Bausubstanz wird schwach. Und das ist nicht nur teuer - es ist gefährlich. Bestimmte Schimmelpilzarten wie Aspergillus oder Stachybotrys setzen Giftstoffe frei, die bei empfindlichen Menschen Atemwegsprobleme, Allergien oder Kopfschmerzen auslösen können. Bereits 500 Kolonie bildende Einheiten pro Kubikmeter Luft (KBE/m³) können Beschwerden verursachen.Im Jahr 2022 gab es in Berlin allein über 12.000 Mietminderungsanträge wegen Schimmel - ein Anstieg von 17 % gegenüber dem Vorjahr. Wer Schimmel ignoriert, riskiert nicht nur die Gesundheit, sondern auch finanzielle Folgen.
Frequently Asked Questions
Kann ich Schimmel im Keller selbst entfernen?
Ja - aber nur bei sehr kleinen Flächen unter 0,5 Quadratmetern. Nutzen Sie Schutzmaske, Handschuhe und lüften Sie stark. Reinigen Sie mit speziellen Schimmelentfernern, nicht mit Essig oder Bleichmittel. Wichtig: Die Ursache muss beseitigt werden. Sonst kehrt der Schimmel zurück.
Warum hilft Lüften nicht, wenn ich das Fenster offen lasse?
Weil warme, feuchte Luft aus dem Haus bei Kontakt mit kalten Kellerwänden kondensiert. Ein dauerhaft geöffnetes Fenster bringt mehr Feuchtigkeit rein, als es abführt. Stoßlüften mit kurzen, intensiven Durchlüftungen senkt die Luftfeuchtigkeit effektiv - ohne Kondensation.
Wie teuer ist eine professionelle Schimmelsanierung?
Die Kosten liegen zwischen 500 und 3.000 Euro, je nach Größe des Befalls, der Zugänglichkeit und der notwendigen Sanierung der Ursache. Bei umfassenden Abdichtungsarbeiten oder Dämmung kann es höher werden. Eigenleistung mit Produkten wie Thor Protect kostet unter 1.000 Euro - aber nur, wenn die Feuchtigkeitsquelle beseitigt ist.
Ist Schimmel im Keller gesundheitlich gefährlich?
Ja. Bestimmte Schimmelpilzarten produzieren Toxine, die bei Allergikern, Kindern oder älteren Menschen Atemwegsbeschwerden, Kopfschmerzen oder Hautreizungen auslösen können. Schon Konzentrationen ab 500 KBE/m³ können Probleme verursachen. Langfristige Belastung erhöht das Risiko für chronische Erkrankungen.
Warum tritt Schimmel besonders in Altbauten auf?
Altbauten vor 1970 haben oft keine moderne Fundamentabdichtung, schlechte Dämmung und keine mechanische Lüftung. Sie sind zudem oft nicht ausreichend beheizt. Die Kombination aus alter Bausubstanz und modernem Lebensstil (z. B. Wäsche trocknen, Heizung runterdrehen) führt zu perfekten Bedingungen für Schimmel.
Was bringt eine Kellerlüftungsanlage?
Eine Anlage mit Wärmerückgewinnung zieht feuchte Luft ab, trocknet sie und gibt die erwärmte Luft zurück. Sie hält die Luftfeuchtigkeit dauerhaft bei 50-55 %, spart Heizkosten und verhindert Schimmel ohne ständiges Lüften. Die Anschaffungskosten liegen bei 1.200-2.500 €, aber die langfristigen Vorteile überwiegen.
Philipp Cherubim
Januar 12, 2026 AT 17:45Ich hab letztes Jahr meinen Keller komplett abgedichtet, nachdem ich drei Jahre lang jeden Sommer den Schimmel mit Essig bekämpft hab. War totaler Müll. Jetzt hab ich eine Lüftungsanlage – und endlich keine muffigen Gerüche mehr. Einfach genial.
jill riveria
Januar 13, 2026 AT 15:20Das ist so eine typische deutsche Hausbesitzer-Story, oder? 😅 Ich find’s toll, dass du das so klar auf den Punkt gebracht hast – viele wissen gar nicht, dass Lüften falsch gemacht werden kann. Endlich mal keine Panikmache, sondern echte Lösungen. Danke!