Förderung für Heizungsmodernisierung: So nutzen Sie KfW und BAFA in 2026

alt

Wenn Sie in Deutschland eine alte Heizung austauschen, können Sie bis zu 70 Prozent der Kosten zurückbekommen. Das ist kein Traum, sondern Realität im Jahr 2026. Die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) macht es möglich - und sie wird von der KfW und dem BAFA umgesetzt. Aber wer bekommt was, wie funktioniert der Antrag, und warum scheitern so viele Anträge? Hier erfahren Sie genau, wie Sie die Förderung richtig nutzen.

Was genau wird gefördert?

Nicht jede Heizungstausch-Maßnahme wird bezuschusst. Nur klimafreundliche Systeme kommen in Frage: Wärmepumpen, Biomasseheizungen, Fernwärme oder Hybridanlagen mit erneuerbaren Energien. Öl- und Gasheizungen werden seit 2026 nicht mehr gefördert - außer in Ausnahmefällen, etwa wenn kein anderes System technisch möglich ist. Aber selbst dann läuft die Förderung nur noch bis Ende 2026.

Die Basisförderung beträgt 30 Prozent der förderfähigen Kosten. Das gilt für alle, unabhängig vom Einkommen. Dazu kommen drei Boni, die Sie kombinieren können. Der größte Bonus ist der Klimageschwindigkeits-Bonus von 20 Prozent - aber nur, wenn Sie Ihre alte Heizung vor dem 31. Dezember 2028 austauschen. Danach sinkt er alle zwei Jahre um 3 Prozent. Wer jetzt handelt, spart mehr.

Zusätzlich gibt es den Effizienzbonus von 5 Prozent. Den bekommen Sie, wenn Sie besonders leistungsfähige Systeme einbauen - zum Beispiel eine Erdwärmepumpe oder eine Luft-Wasser-Wärmepumpe mit natürlichem Kältemittel wie Propan. Und wenn Sie eine Biomasseheizung installieren, können Sie noch einen Emissionsminderungszuschlag von 2.500 Euro bekommen, wenn die Staubemissionen unter 2,5 mg/m³ liegen.

Die maximale Förderhöhe liegt bei 23.500 Euro pro Wohneinheit. Das klingt viel, ist aber begrenzt: Die KfW berücksichtigt nur bis zu 30.000 Euro an förderfähigen Kosten. Das bedeutet: Wenn Ihre Sanierung 35.000 Euro kostet, wird nur der Teil bis 30.000 Euro gefördert. Der Rest bleibt auf Ihrem Konto.

KfW oder BAFA - wer zahlt was?

Vielen ist nicht klar: BAFA zahlt seit 2024 keine Hauptförderung mehr für Heizungstausch. Die Aufgabe hat die KfW übernommen. Aber das bedeutet nicht, dass BAFA irrelevant ist. BAFA kann immer noch Geld geben - aber nur, wenn Sie andere Maßnahmen kombinieren, wie zum Beispiel Dämmung der Fassade oder Fensteraustausch. Die KfW deckt nur den Heizungstausch ab.

Wenn Sie also eine Wärmepumpe einbauen und gleichzeitig die Dämmung verbessern, können Sie zwei Förderungen nutzen: Die KfW für die Heizung, BAFA für die Dämmung. Das ist legal, aber kompliziert. Viele Antragsteller verwechseln die Programme und verlieren so Geld.

Ein wichtiger Unterschied: Die KfW verlangt eine Vorabgenehmigung. Sie müssen den Antrag vor dem ersten Handwerkertermin einreichen. BAFA hat früher auch so verfahren, aber jetzt ist es nur noch die KfW, die streng kontrolliert. Wer mit dem Einbau beginnt, bevor der Antrag genehmigt ist, verliert die Förderung komplett. Das passiert öfter, als man denkt. Laut dem Deutschen Handwerksbund waren 12,3 Prozent der Anträge 2025 ungültig, weil die Arbeiten schon begonnen hatten.

Wie viel kostet es wirklich?

Ein typischer Heizungstausch kostet zwischen 15.000 und 30.000 Euro. Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe für ein Einfamilienhaus liegt bei etwa 22.000 Euro. Dazu kommen 2.000 bis 4.000 Euro für den Abbau der alten Heizung, neue Rohre, Regelungstechnik und eventuell einen Wärmespeicher. Alles das zählt als förderfähige Kosten - und wird von der KfW berücksichtigt.

Was nicht zählt? Die Kosten für den Neubau einer Garage, eine neue Fußbodenheizung oder eine Solaranlage auf dem Dach. Das sind separate Maßnahmen und fallen unter andere Förderprogramme. Wenn Sie alles zusammen planen, müssen Sie die Förderungen klar trennen.

Bei Mehrfamilienhäusern gibt es höhere Grenzen: 30.000 Euro für die erste Wohnung, 15.000 Euro für jede weitere bis zur sechsten, und 8.000 Euro für jede weitere. Das macht die Sanierung von Altbauten mit mehreren Wohnungen besonders attraktiv.

Energieberater zeigt digitalen Sanierungsplan mit Hausbesitzer in Wohnzimmer.

Der Antrag - der größte Hürdenlauf

Der Antrag ist nicht einfach. Sie brauchen einen Energieberater mit Qualifizierungsnachweis nach § 20 GEG. Der muss die Maßnahme planen, die Technik bewerten und den Antrag elektronisch stellen. Das kostet durchschnittlich 850 Euro - aber es lohnt sich. Laut dem Deutschen Energieberater-Netzwerk (DEN) brauchen 78 Prozent der Antragsteller diese Hilfe.

Ohne Berater müssen Sie selbst die technischen Daten eintragen: Leistung in kW, Energieeffizienzklasse, Emissionswerte, Hersteller, Modellnummer. Eine Studie der TU München ergab, dass das durchschnittlich 8,5 Stunden Recherche und Lernen erfordert. Die KfW bietet kostenlose Webinare an - aber sie sind ausgebucht. Im Januar 2026 waren 98,7 Prozent der Termine voll.

Der Antrag läuft über das KfW-Onlineportal. Sie laden Dokumente hoch: Angebot des Handwerkers, Baubeschreibung, Energieberater-Protokoll, Nachweise der alten Heizung. Die Bearbeitungszeit beträgt durchschnittlich 14,3 Tage. 92,7 Prozent der Anträge werden genehmigt - aber nur, wenn alles stimmt. Ein falscher Eintrag, ein fehlendes Dokument, eine falsche Heizungsart - und der Antrag wird abgelehnt.

Ein Nutzer auf Hausfrage.de schrieb: „Ich habe 37 Seiten Dokumente eingereicht. Zwei Mal musste ich nachbessern. Ohne Energieberater hätte ich es nie geschafft.“

Was passiert, wenn ich es falsch mache?

Die größte Gefahr ist: Sie beginnen mit der Sanierung, bevor der Antrag genehmigt ist. Dann ist es vorbei. Keine Rückerstattung. Keine Nachbesserung. Keine zweite Chance.

Ein weiterer Fehler: Sie wählen eine Heizung, die nicht förderfähig ist. Ein Gas-Brennwertkessel mit Niedertemperaturtechnik? Nicht mehr förderfähig. Ein Ölheizung mit neuer Steuerung? Auch nicht. Selbst wenn die alte Heizung funktioniert - wenn sie älter als 20 Jahre ist oder eine Nachtspeicherheizung ist, dann ist der Austausch förderfähig. Aber nur, wenn Sie es rechtzeitig beantragen.

Ein weiteres Problem: Die 30.000-Euro-Grenze reicht nicht immer. Laut dem Zentralverband Sanitär Heizung Klima (ZVSHK) mussten 68 Prozent der Handwerksbetriebe 2025 Kunden davon abhalten, zusätzliche Maßnahmen wie eine neue Fußbodenheizung oder eine Wärmepumpe mit größerer Leistung einzubauen - weil die Förderung nicht mehr reichte. Das führt dazu, dass viele Hausbesitzer auf die beste Lösung verzichten und stattdessen eine günstigere, aber weniger effiziente Heizung nehmen.

Visuelle Darstellung der Förderströme von KfW, BAFA und Bonuszahlungen für Heizungstausch.

Was sagt die Realität?

Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Im Jahr 2025 wurden 127.453 Heizungstausche mit KfW-Förderung genehmigt. Der Gesamtwert lag bei 2,87 Milliarden Euro. 82 Prozent der Käufer von Wärmepumpen nutzten die Förderung. Die Nachfrage stieg um 37,4 Prozent gegenüber 2024.

Die meisten sanierten Gebäude sind alt: 63,2 Prozent wurden vor 1979 gebaut. Das zeigt, dass die Förderung genau da ansetzt, wo sie am nötigsten ist - bei den energiehungrigen Altbauten.

Aber es gibt auch Kritik. Prof. Dr. Markus Brautsch von der Hochschule für Technik Stuttgart sagt: „Die Bonuskombination ist zu komplex. 43,7 Prozent der potenziellen Antragsteller schrecken vor dem Aufwand zurück.“ Und Dr. Lena Müller, Energieberaterin, sagt: „Wir erreichen erstmals eine Kostendegression, die den Umstieg für 87 Prozent der Haushalte wirtschaftlich attraktiv macht.“

Die Realität liegt dazwischen: Die Förderung ist eine Chance - aber nur, wenn Sie sie richtig nutzen.

Was kommt danach?

Ab 2027 wird die Förderung für Gasheizungen komplett gestrichen. Ab 2028 soll eine neue „Sanierungsprämie“ von 5.000 Euro für Gebäude kommen, die den KfW-Effizienzstandard 55 erreichen. Das ist ein klares Signal: Die Zukunft gehört den sehr effizienten Sanierungen.

Die EU-Gebäuderichtlinie verlangt ab 2030, dass alle neuen Heizungen CO2-neutral sind. Das bedeutet: Wer heute eine neue Heizung einbaut, sollte nicht nur an die Förderung denken, sondern an die nächsten 30 Jahre. Eine Wärmepumpe ist heute die beste Wahl - nicht nur wegen der Förderung, sondern wegen der Zukunft.

Die Bundesregierung diskutiert noch, ob die Förderung bis 2030 verlängert wird. Finanzminister Lindner hat signalisiert, dass das „unter strengen Haushaltsbedingungen“ möglich ist. Aber eine Verlängerung ohne Anpassung der Höchstgrenzen würde viele Sanierungen unattraktiv machen - wie Prof. Schäfers von der RWTH Aachen warnt.

Was müssen Sie jetzt tun?

1. Prüfen Sie: Ist Ihre Heizung älter als 20 Jahre? Oder ist es eine Öl-, Kohle-, Gasetagen- oder Nachtspeicherheizung? Dann sind Sie förderfähig.

2. Wählen Sie eine klimafreundliche Heizung: Wärmepumpe, Biomasse oder Fernwärme. Vermeiden Sie Gas- und Ölheizungen - die sind ab 2027 nicht mehr förderfähig.

3. Holen Sie sich einen Energieberater. Nicht als Luxus, sondern als Notwendigkeit. Er spart Ihnen Zeit, Geld und Ärger.

4. Stellen Sie den Antrag vor dem ersten Handwerkertermin über das KfW-Portal. Keine Ausnahmen.

5. Nutzen Sie alle Boni: Klimageschwindigkeits-Bonus, Effizienzbonus, Emissionszuschlag - wenn sie auf Sie zutreffen.

6. Dokumentieren Sie alles: Angebote, Verträge, Rechnungen. Sorgen Sie dafür, dass der Handwerker die richtigen Angaben macht.

Die Förderung ist da. Sie ist groß. Sie ist real. Aber sie ist nicht einfach. Wer jetzt handelt, spart nicht nur Geld - sondern macht sein Zuhause fit für die Zukunft.