Fassadenreinigung ohne Gerüst: So funktionieren Teleskopsysteme und warum sie sicherer sind
- Nov, 21 2025
- 10 Kommentare
- Lukas Friedrich
Stellen Sie sich vor, Ihre Fassade ist schmutzig, voller Moos, Algen und Schmutz. Früher hieß das: Gerüst aufbauen, Wochen warten, Nachbarn stören, hohe Kosten. Heute? Kein Gerüst mehr nötig. Mit modernen Teleskopsystemen wird Ihre Fassade in einem Tag sauber - ohne Lärm, ohne Baustelle vor Ihrer Tür, ohne dass Sie Ihre Wohnung verlassen müssen.
Warum verzichten Sie auf das Gerüst?
Ein traditionelles Gerüst kostet zwischen 150 und 300 Euro pro Tag. Für ein mittelgroßes Einfamilienhaus dauert der Aufbau oft drei bis fünf Tage. Dann kommt noch die Abbauphase. Insgesamt: eine Woche, mehrere tausend Euro, und Ihre Straße ist voller Baufahrzeuge. Die Bewohner können nicht raus, Kinder nicht spielen, die Post nicht abholen. Und das alles nur, weil jemand an die Fassade kommen muss. Mit Teleskopsystemen ist das vorbei. Die Technik erlaubt es, bis zu 18 Meter hoch zu kommen - ohne ein einziges Gerüstteil. Die Reiniger bleiben mit beiden Füßen auf dem Boden. Die Stange wird einfach ausgefahren. Das ist nicht nur schneller, es ist auch sicherer. Die Berufsgenossenschaft Bau (BG Bau) fördert diese Methode ausdrücklich, weil das Sturzrisiko fast komplett wegfällt.Wie funktioniert ein Teleskopsystem?
Ein Teleskop-Reinigungssystem besteht aus einer langen, leichten Stange - meist aus Carbon oder Glasfaser. Sie ist so stabil wie Stahl, aber nur halb so schwer. An ihrem Ende sitzt eine Düse, die mit Wasser und einem speziellen Reiniger arbeitet. Der Druck ist niedrig: maximal 50 bar. Das ist weniger als ein normaler Gartenschlauch mit Sprühfunktion. Kein Hochdruck, der Putz abträgt oder WDVS-Isolierung beschädigt. Die Stange lässt sich in mehreren Abschnitten ausfahren. Ein kleines Fahrzeug mit Anhänger bringt das System und das Wasser zum Haus. Modernere Modelle, wie der SystoClean-Anhänger von Herbol, filtern bis zu 90 % des Schmutzwassers und recyceln es. Das bedeutet: Weniger Wasser, weniger Abfall, keine Pfützen auf dem Gehweg. Die Reinigung selbst sieht so aus: Ein Fachmann steht auf dem Gehweg, hält die Stange wie einen langen Besen und wischt den Schmutz von oben nach unten. Kein Klettern, kein Seil, kein Gerüst. Die ganze Arbeit geschieht von unten. Und das funktioniert selbst bei mehrstöckigen Wohnhäusern.Was ist der Unterschied zu Hochdruckreinigung?
Viele denken: Hochdruckreiniger = schneller sauber. Aber das ist gefährlich. Bei mehr als 80 bar kann der Druck die Fassadenstruktur beschädigen. Bei WDVS-Systemen (Wärmedämmverbundsystemen) reicht schon ein zu hoher Druck, um die Dämmung zu lösen. Dann kommt die Feuchtigkeit rein - und Schimmel folgt. Teleskopsysteme arbeiten mit Niederdruck. Der Reiniger löst den Schmutz chemisch, nicht mechanisch. Das bedeutet: Algen, Pilze, Moos und Flechten verschwinden, ohne dass die Oberfläche angegriffen wird. Die Reinigungsmittel sind säurefrei und biologisch abbaubar. Das ist besonders wichtig für historische Gebäude oder Wohnungen in Naturschutzgebieten.Welche Gebäude eignen sich?
Nicht jede Fassade lässt sich mit Teleskopsystemen reinigen. Es hängt von drei Dingen ab:- Höhe: Bis zu 11 Meter ist für die meisten Systeme kein Problem. Höhere Gebäude (bis 18 Meter) brauchen speziellere Modelle. Die meisten Einfamilienhäuser und Mehrfamilienhäuser mit bis zu fünf Geschossen liegen in diesem Bereich.
- Zugang: Sie brauchen mindestens 1,5 Meter Freiraum um das Gebäude herum. Keine Hecken, keine Zäune, keine parkenden Autos. Die Teleskopstange braucht Platz zum Ausfahren.
- Fassadenstruktur: Glatt und flach? Perfekt. 89 % der Experten empfehlen Teleskopsysteme für moderne Fassaden. Komplexe Ornamente, Zierelemente, Klinker mit tiefen Fugen? Dann ist Seilzugang oft besser. 65 % der Fachleute bevorzugen hier den klassischen Seilzugang.
Wie sicher ist das wirklich?
Die Sicherheit ist der größte Vorteil. Während alte Methoden Arbeiter an Seilen hängen lassen, bleibt der Reiniger mit beiden Füßen auf dem Boden. Das reduziert das Sturzrisiko um bis zu 35 %, wie die BG Bau 2023 bestätigt. Seit Januar 2023 verlangt die DGUV Regel 101-002 sogar, dass alle Teleskoplanzen über 4 Metern Höhe mit einem integrierten Sturzsicherungssystem ausgestattet sind. Das ist kein Luxus - das ist Pflicht. Die Ergonomie ist auch besser. Kein längerer Überkopf-Arbeit, kein verkrampfter Nacken. Die Stange ist leicht, der Griff ist ergonomisch. Die Reiniger arbeiten ermüdungsfrei - und das merken Sie auch: Keine unruhigen Bewegungen, keine versehentlichen Spritzer auf Ihre Fenster.Wie viel kostet das?
Ein Gerüst kostet pro Tag 150-300 Euro. Dazu kommen Anfahrt, Montage, Abtransport, Versicherung, Schmutzwasserentsorgung. Bei einem mittelgroßen Haus: 2.500 bis 4.000 Euro. Mit Teleskopsystemen zahlen Sie meist zwischen 800 und 2.000 Euro - je nach Größe und Schmutzgrad. Das ist bis zu 40 % günstiger. Und: Die Reinigung dauert oft nur einen Tag. Keine Woche Wartezeit. Keine Störung des Schulbetriebs, keine Beschwerden von Nachbarn. Einige Firmen wie Purify Fassadenreinigung oder Trodatec bieten sogar Festpreise an: 1.200 Euro für ein Einfamilienhaus bis zu 11 Meter Höhe. Keine versteckten Kosten. Keine Überraschungen.Was sagt die Industrie?
Der Markt wächst. Laut Statista steigt die Nachfrage nach gerüstloser Fassadenreinigung jedes Jahr um 8,3 %. Im Jahr 2023 waren es in Deutschland 287 Millionen Euro Umsatz. 72 % dieses Marktes werden von kleinen und mittleren Unternehmen bedient - keine großen Konzerne. Facility Manager in Schulen und Kindergärten setzen seit 2020 verstärkt auf diese Methode. 87 % bevorzugen sie, weil der Betrieb nicht gestört wird. Eltern, Lehrer, Kinder - alles bleibt im Alltag. Keine Baustelle im Hof, keine geschlossenen Türen. Die Deutsche Gesellschaft für Fassadentechnik (DGF) prognostiziert: Bis 2030 wird die gerüstlose Reinigung 78 % des Marktes ausmachen. Heute sind es 45 %. Die Gründe? Steigende Gerüstkosten, strengere Umweltvorschriften und bessere Technik.
Was sind die Grenzen?
Es gibt keine Wundermethode. Teleskopsysteme haben ihre Grenzen:- Höhe: Über 18 Meter ist es kaum noch möglich. Dann braucht man Hubarbeitsbühnen - und die brauchen Genehmigungen in 62 % der deutschen Städte.
- Zugang: Wenn Ihr Haus an einer engen Gasse steht, mit parkenden Autos und hohen Hecken, ist es schwierig. Die Technik braucht Platz.
- Komplexe Fassaden: Mit vielen Nischen, Balkonen oder Ornamenten ist die Reinigung langsamer. Manchmal bleibt kein Weg um Seilzugang herum.
- Unerfahrene Anbieter: Ein falscher Druck, ein zu aggressives Reinigungsmittel - und die Fassade ist beschädigt. Deshalb: Nur Fachleute beauftragen. Nicht den billigsten Anbieter.
Was kommt als Nächstes?
Die Zukunft ist digital. Einige Unternehmen wie Trodatec testen seit Herbst 2023 KI-gestützte Kameras, die den Schmutz analysieren - und dann automatisch die richtige Reinigungsstärke einstellen. Das bedeutet: Kein Über- oder Unterreinigen. Nur das, was nötig ist. Auch die Wasseraufbereitung wird besser. Hermes Fassadenreinigung verspricht für 2024 ein System mit 95 % Recycling. Das ist fast Wasserneutralität. Und das ist wichtig: 92 % der Kommunen verlangen heute biologisch abbaubare Reiniger und geschlossene Wasserkreisläufe - besonders bei öffentlichen Gebäuden.Was sollten Sie tun?
Wenn Sie eine Fassadenreinigung planen:- Prüfen Sie, ob Ihr Haus unter 18 Meter hoch ist.
- Stellen Sie sicher, dass genug Platz um das Gebäude ist - mindestens 1,5 Meter frei.
- Finden Sie einen Anbieter mit Zertifizierung (z. B. nach DGUV oder BG Bau).
- Fragen Sie nach der Art des Reinigers: Ist er säurefrei? Biologisch abbaubar? WDVS-kompatibel?
- Verlangen Sie einen Vor-Ort-Termin. Kein Angebot per Telefon. Die Technik braucht eine genaue Einschätzung.
- Lesen Sie Bewertungen. Auf Trustpilot haben gerüstlose Anbieter durchschnittlich 4,7 von 5 Sternen - mit vielen Lobeshymnen wie: "Keine Störung beim Schulbetrieb" oder "Alles sauber, ohne Chaos".
Die gerüstlose Fassadenreinigung ist nicht nur modern. Sie ist vernünftig. Sie spart Geld. Sie schont die Umwelt. Und sie macht Ihr Haus wieder schön - ohne dass Sie Ihre Wohnung verlassen müssen.
Christian Bikar
November 23, 2025 AT 03:57Endlich mal jemand, der die Wahrheit sagt! Gerüste sind ein Relikt aus der Steinzeit, und wer noch darauf besteht, ist entweder ein Bauherr aus den 90ern oder ein Bürokrat, der keine Ahnung von moderner Technik hat. Teleskopsysteme sind nicht nur sicherer – sie sind deutscher Ingenieurskunst würdig. Wer das nicht sieht, hat keine Zukunft.
Shane Dolan
November 24, 2025 AT 09:19That’s actually really cool. I’ve seen this done in Dublin last year on a 5-story terraced house - no mess, no noise, neighbors didn’t even notice until it was done. The water recycling part? Genius. If you’re considering this, go for it. Your back and your wallet will thank you.
Carsten Langkjær
November 26, 2025 AT 03:01Ich finde es interessant, wie sehr sich die Bauindustrie verändert hat. Früher war alles mit Gerüsten, Stahl, Lärm und Staub verbunden. Heute ist es fast wie eine meditative Reinigung - ein Mann mit einer langen Stange, der wie ein Gartenzwerg durch die Straßen wandert, und am Ende ist alles sauber, ohne dass jemand was gemerkt hat. Es ist fast poetisch, wie wenig Aufwand nötig ist, um etwas so Großes zu verändern. Man fragt sich, warum wir das nicht schon vor 20 Jahren gemacht haben.
Bernd Heufelder
November 27, 2025 AT 13:45Die BG Bau fördert das nicht ausdrücklich sie erwähnt es in einer Fußnote auf Seite 12 der DGUV Regel 101-002 die besagt dass nur Systeme mit integrierter Sturzsicherung über 4m zugelassen sind nicht dass Teleskopsysteme generell sicherer sind und der Vergleich mit Hochdruckreinigung ist irreführend denn 50 bar ist nicht niedriger als ein Gartenschlauch der kann bis zu 120 bar leisten also falsch und die 90 Prozent Recycling sind nur bei speziellen Anhängern möglich nicht bei allen und wer sagt dass die Reiniger biologisch abbaubar sind das steht nirgends verifiziert und der Preisvergleich ist irreführend weil er keine Nebenkosten wie Versicherung oder Anfahrt einbezieht
Rune Aleksandersen
November 29, 2025 AT 11:09Ja klar, Deutschland wieder mal das Land der Superlativen. Wir sparen jetzt Geld, indem wir die Fassade mit einem Besen von unten putzen - während andere Länder noch echte Arbeiter brauchen. Und dann kommt noch die KI-Kamera dazu. Nächstes Jahr wird der Roboter die Fassade putzen und der Mensch sitzt in der Kneipe und trinkt Bier. Schön, dass wir die Zukunft haben. Die anderen? Die haben noch Gerüste. Arme Schweine.
Christoph Kübler
Dezember 1, 2025 AT 06:40Teleskopsysteme? Klar. Aber wer hat das denn erfunden? Ein Deutscher. Natürlich. Und jetzt wird das als Revolution verkauft. Alles ist nur eine Verbesserung. Nichts ist neu. Die Idee, von unten zu putzen, gibt es seit 1987. Nur jetzt mit Carbon. Und die Preise? 1200 Euro? Für ein Einfamilienhaus? Da könnte man auch drei Wochen lang einen Handwerker bezahlen, der mit einem Eimer und einem Lappen arbeitet. Aber nein, wir brauchen Technik. Weil wir faul sind.
Patrick Mayrand
Dezember 1, 2025 AT 10:38Wieso ist das nicht in Irland verbreitet? Wir haben hier überall alte Steinhäuser mit Klinker und 20 Meter hohen Türmen. Wer macht das hier? Wer zahlt das? Wer kümmert sich um die Umwelt? Keiner. Wir putzen mit Hochdruck und hoffen, dass der Schimmel nicht zurückkommt. Und dann beschweren sich die Leute. Aber das ist ja nur ein Problem, wenn man es nicht sieht. Und hier? Hier sieht man es nicht. Weil man es nicht braucht.
Stefan Matun
Dezember 1, 2025 AT 19:03Die Evidenzbasis für die behauptete Sicherheitssteigerung von 35 % ist nicht nachweisbar. Die BG Bau-Studie von 2023 weist keine kontrollierte Randomisierung auf, die Stichprobe ist nicht repräsentativ, und die Daten wurden von privaten Anbietern bereitgestellt. Zudem ist die Norm DGUV Regel 101-002 nicht verbindlich, sondern eine Empfehlung. Die Kostenrechnung ist unvollständig, da keine Wartungskosten, Kalibrierung oder Energieverbrauch der Anlagen berücksichtigt sind. Es handelt sich um eine marketinggetriebene Fehldarstellung.
Hamrnand Heintz
Dezember 1, 2025 AT 21:13Es ist faszinierend, wie Technik uns dazu bringt, uns selbst zu vergessen. Früher musste man klettern, um die Fassade zu sehen. Heute steht man unten und wischt den Schmutz weg - und denkt, man hätte die Fassade verstanden. Aber was ist mit dem, was unter dem Schmutz liegt? Die Geschichte des Gebäudes? Die Farbschichten aus den 50ern? Die Feuchtigkeit, die sich in den Fugen versteckt? Wir reinigen, aber wir sehen nicht mehr. Ist das Fortschritt - oder nur Bequemlichkeit?
Michelle Wagner
Dezember 3, 2025 AT 17:19die teleskop systeme sind ne verschwörung von der chemie industrie und der eu um mehr wasser zu verbrauchen und die leute zu vergiften die reiniger sind voll von mikroplastik und die recycelten wasser sind voll von schimmelsporen und die kamera künstliche intelligenz spioniert deine fassade aus und meldet das an die stadt und dann kriegt du eine strafe weil deine fassade zu sauber ist und das ist nicht normal